Jil Sander hat sich auch durch die zukunftszugewandte Inszenierung ihrer Produkte einen Namen gemacht. Ihre Werbekampagnen und das Packaging ihrer Beauty-Produkte räumten ebenso mit Konventionen ab wie die Gestaltung ihrer Flagship Stores. In Zusammenarbeit mit dem New Yorker Architekten Michael Gabellini entstanden futuristische Räume, beseelt von wegweisenden Materialentscheidungen und avantgardistischer Lichtregie. Ihr 1993 eröffneter Pariser Flagship Store an der Rue Avenue Montaigne Nr. 50 wurde zum Pilotprojekt für mehr als 80 Stores weltweit. 1995 gründete sie JIL SANDER AMERICA INC. und expandierte mit einem New Yorker Flagship Store in die USA. Zeitgleich eröffneten mehrere ostasiatische Flagship Stores, unter anderem in Tokio und Seoul.
1999 ging die Marke JIL SANDER ein Joint Venture mit Prada ein. Im Jahr 2000 trat Jil Sander vom Design zurück und verließ das Unternehmen. Von 2003 bis 2005 und 2012 bis 2013 nahm sie die dortige Position als Kreativdirektorin wieder auf. 2009 bis 2011 entwarf sie fünf +J-Kollektionen für Uniqlo, auf die drei weitere zwischen 2020 und 2021 folgten.
Für Thonet betritt Jil Sander 2025 erstmalig die Welt des Möbeldesigns und überarbeitet mit ihrem Gespür für Farben und Strukturen einen ikonischen Bauhaus-Entwurf. Die Neuinterpretation des Marcel Breuer-Freischwingers S 64 kommt ihrer Design-Philosophie entgegen, die traditionelle Werte und klassische Parameter im Sinne des Zeitgeistes weiterdenkt. Durch fein austarierte Material- und Farboptimierungen hat Jil Sander den Stahlrohrklassikern von Thonet neue Sinnlichkeit und Aktualität verliehen.
Jil Sander wurde mit zahlreichen Preisen bedacht, darunter das Bundesverdienstkreuz, der „Fil d’Or“ des internationalen Linen Council, Italien, der „Designer of the Year“ des FECJ Institute, Japan, der „Brit Insurance Fashion Award“ des Design Museum in London und der „ADC Ehrenpreis“ des Art Director Clubs Deutschland.